Zum Mittagessen: Creepypasta?

Was haben eine köstlich duftende Tomatensoße, ein köstlicher, fruchtiger Erdbeershake und eine Tafel Nougatschokolade mit Serienmördern, verfluchten Computerspielen und rätselhaften, klauenförmigen Spuren im Schnee zu tun?

Es klingt wie ein leckeres Gericht, welches auf Halloween-Partys serviert wird. Vielleicht stellst Du dir gerade einen großen Teller vor, gefüllt mit giftgrünen Spaghetti, überzogen mit einer schimmelig weißen Soße, welcher sich sehr gut in ein Dekor aus Spinnenweben und schaurig flackernden Kerzen einfügt.

Definition

Nun, mit Essen haben Creepypastas nicht das Geringste zu tun. Der Begriff „Creepypasta“ bezeichnet hingegen kurze Gruselgeschichten, welche überwiegend im Internet verbreitet werden. Der Name setzt sich aus dem englischen Wort creepy – für gruselig – und copy and paste – zusammen, da diese Geschichten durch kopieren und teilen verbreitet werden.

Womit befassen sich Creepypastas?

Creepypastas erzählen fiktive Geschehnisse, die möglichst schaurig gehalten werden. Oft werden sie unter der Behauptung, wahre Begebenheiten zu sein, erzählt, indem ein Ich-Erzähler von schrecklichen, paranormalen Ereignissen berichtet, die ihm angeblich wiederfahren sein sollen. Im Gegensatz zu den Urban Legends, welche sich oft mit tatsächlichen Legenden und unerklärlichen Ereignissen beschäftigen, ist bei den Creepypastas von Anfang an klar, dass sie erfunden sind.

Beliebte Themen in Creepypastas sind unter anderem Geistererscheinungen, psychische Störungen, verfluchte Objekte oder grauenhafte wissenschaftliche Experimente. Nicht selten betreffen die kurzen Horrorgeschichten real existierende Spiele und Serien. Sie berichten von verlorenen Folgen, in denen sich die sonst so freundlichen, beliebten Charaktere brutal und grausam verhalten oder ihnen etwas Schreckliches zustößt. Die Simpsons, The Big Bang Theory, Spongebob und Micky Mouse sind laut einigen Autoren von Creepypastas nicht so harmlos und glücklich, wie uns die Macher dieser fröhlichen Serien glauben machen wollen.

Auch von den innig geliebten Spielen unserer Kindheit, Pokémon, Super Mario, Sonic und The Legend of Zelda existieren Geschichten. Ein verfluchtes Spiel, womöglich auf einem Flohmarkt entdeckt oder unter den alten Kindersachen auf dem Dachboden gefunden, ist ein beliebtes Szenario. (Es endet meist damit, dass der arglose Protagonist von dem betreffenden Spiel bedroht, angegriffen und eventuell sogar ermordet wird.)

Wo finde ich Creepypastas?

Auf Foren wie Reddit, Fanfiction.com oder eigens dafür erstellten Plattformen wie das Creepypasta Wiki lassen sich zahlreiche Creepypastas finden. Wer jedoch keine Lust hat, die Texte selber zu lesen, kann sich auf YouTube über zahlreiche YouTuber freuen, die sich auf Creepypastas spezialisiert haben. Dort kann man sich die kleinen Gruselgeschichten gemütlich vorlesen lassen. Da sie meist sehr gut und mit viel Aufwand umgesetzt wurden, lohnt es sich immer, sich die Zeit dafür zu nehmen.

Die Creepypasta-Szene eine wachsende Gemeinschaft und beinahe auf jedem Gebiet, welches Grusel und Spannung verspricht, vertreten. Entgegen dem oft vorgebrachten Vorwurf, Creepypastas seinen schlecht und kitschig geschrieben, handelten nur die Klischees ab, wird viel Aufwand in die Horrorgeschichten gesteckt. Alte Geschichten werden neu entdeckt, erweitert – neue Versionen entstehen. Neue Geschichten werden entwickelt, welche nicht selten auch auf aktuelle Geschehnisse zurück greifen und Unerklärliches – wenngleich auch durch paranormalen Spuk, okkulte Flüche oder übernatürliche Wesen – zu erklären versuchen.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Creepypasta-Seiten im Internet einen Besuch wert sind. Vielleicht findest Du sogar eine Gruselgeschichte zu deiner Lieblingsserie, welche dir einen vollkommen neuen Blick auf die auch so moralischen und liebenswürdigen Figuren gewähren wird…


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