Was kaufst du so?

Wir kaufen ein. Tagtäglich. Weltweit. Wer kauft aber was und wie oft? Wir haben da mal nachgehakt:

Wir geben Geld aus. Ob wir es wollen oder nicht. Dabei gibt es in Deutschland große Unterschiede, wer was einkauft. In den alten Bundesländern, beispielsweise, liegen die privaten Konsumausgaben bei 2375 Euro im Monat, während man in den neuen Bundesländern nur 1935 Euro ausgibt. Niedrigere Preise, aber auch weniger Einkommen machen hier den Unterschied aus. Wie sieht das aber in anderen Ländern auf der Welt aus? Um das herauszufinden haben ich je vier Fragen an Menschen aus aller Welt gestellt:

  1. Was kaufst du ein?
  2. Wo kaufst ein?
  3. Was ist für dich ein Luxusgut?
  4. Was verstehst du unter Konsum?

Dabei habe ich verblüffende Ähnlichkeiten entdeckt.

Jasmin ist in der Schweiz geboren und lebt dort:

  1. Ich kaufe eigentlich nichts ein. Meine Eltern kaufen das Essen und, wenn ich was kaufe, dann höchstens Kleidung, aber nichts, was man wirklich regelmäßig kauft.
  2. Essen kaufen wir bei Supermarktketten wie „Migros“ oder „Dennar“. Kleidung bei „H&M“
  3. Luxusprodukte sind Parfüm und Markenkleidung.
  4. Konsum ist für mich der Verbrauch von Gütern.

Katarina hat in Peru ein Auslandsjahr verbracht:

  1. Meine Gasteltern haben das Essen gekauft. Ich selbst habe alles für meine Körperpflege, also Shampoo und Zahnpaste und so was, und Kleidung gekauft.
  2. Essen, wie Obst und Gemüse auf den Markt. Daran denke ich sofort, wenn ich an das Einkaufen in Peru denke. Sonst war ich in einem Einkaufszentrum einkaufen.
  3. Richtig teuer war Kosmetik, wie Schminke. Und natürlich Markenkleidung.
  4. Konsum ist Notwendigkeit – ohne geht nichts, aber es kann auch über das Notwendige hinausgehen.

Eugene und Tyren wurden beide in Südafrika geboren und leben dort:

  1. Tyren: Ich arbeite auf einer Yacht, also bezieht sich meine Antwort darauf, was man auf einem Boot mit einer Crew von drei bis vier Menschen benötigt. Wir kaufen viel Obst und Gemüse.
    Eugene: Wenn ich einkaufen gehe, dann meistens für ein „braai“ (Barbecue). Das ist dann vor allem Fleisch, Steak von einem lokalen Metzger. Außerdem kaufe ich Saft, meistens Ice Tea und Bier natürlich.
  2. Tyren: Wir schauen immer nach dem größten nahen Supermarkt mit guter Qualität.
    Eugene: Für die meisten Sachen gehe ich in den Supermarkt „Pick n Pay“.
  3. Tyren: Ein Luxusprodukt für mich ist ein teures Parfüm. Du sprühst es auf, nur damit es innerhalb von ca. zwei Stunden den Geruch verliert.
    Eugene: Biltong (luftgetrocknetes Rind- oder Wildfleisch)
  4. Tyren: Konsum ist, wie oft du eine spezielle Sache oder ein spezielles Produkt nutzt. (Ich hab’s nicht gegoogelt!)
    Eugene: Konsum ist für mich, etwas zu benutzen.

Conny ist mit einem Neuseeländer verheiratet und lebt dort:

  1. Ich kaufe vor allem Lebensmittel.
  2. In meinem Wohnort, das ist nah und ich weiß woher es kommt.
  3. Luxusprodukte sind für mich Wein, Bier, also Dinge, die nicht benötigt werden. Auch ein teures Telefon gehört dazu.
  4. Konsum ist, wenn man Dinge kauft, die man eigentlich nicht braucht, zum Beispiel Schuhe, nur um eine Laune zu befriedigen.

Wenn ich mir diese Antworten anschaue, dann fallen mir deutliche Ähnlichkeiten zu meinen eigenen Antworten auf, die ich gegeben hätte. Ich, als Durchschnittsdeutsche, kaufe auch vor allem Lebensmittel und, denn schließlich hat jeder eine Schwäche, Bücher. Dabei versuche ich alles vor Ort zu kaufen. Lebensmittel bei Bioläden oder auf dem Markt, Bücher bei dem Buchhändler neben an. Schließlich möchte ich wissen, woher mein Essen kommt und dabei die Wirtschaft in meiner Umgebung unterstützen. Luxusprodukte sind für mich dabei, alles, was über einen Betrag von 100 Euro hinausgeht und die ich mir sonst nicht so oft kaufe. Dazu gehören elektronische Geräte, wie Handy oder Laptop, aber auch Parfüms oder Markenkleidung. Meine eigene Auffassung von Konsum bleibt ist, dass alles, was wir benutzen ein Konsum von etwas ist.

Was lernen wir daraus? Die Moral der Geschichte?

Vielleicht, dass unsere Vorstellungen von Konsum und unsere Ausgaben gar nicht so weit auseinanderliegen, wie wir manchmal denken.

Bringt uns das ein Stück näher?

Vielleicht schon,

Und vielleicht sollten wir uns alle ab und zu mal Gedanken über die Dinge machen, die wir konsumieren.


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