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Warum mache das? – Woher Kunstschaffende ihre Motivation nehmen

Jeder, der schon mal eine Geschichte geschrieben oder ein Bild gemalt hat, kennt das bestimmt: Wenn das erhoffte Lob ausbleibt, sind wir schnell demotiviert und wollen alles hinschmeißen. Wie können wir es jedoch schaffen, dass wir uns immer wieder neu für kreative Arbeiten motivieren?

Ich schreibe seit meinem zwölften Lebensjahr kreative Texte. Anfangs habe ich das nur aus Spaß gemacht, um mich in fremde Welten zu träumen. Doch je älter ich wurde desto mehr wollte ich schreiben, damit meine Texte auch publiziert und von mehr Menschen gelesen werden. Irgendwann vor ein paar Jahren entstand der Wunsch, dass ich gerne Autorin (wenn auch nebenberuflich) sein würde. Leider blieb für mich der Erfolg bisher aus und nach jeder Absage einer meiner Kurzgeschichten bei einer Ausschreibung werde ich nur noch deprimierter. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich überhaupt schreibe, wenn doch niemand meine Texte liest. Mit diesem Text habe ich mich auf die Suche nach der Motivation für Künstler gemacht.

Was ist Motivation überhaupt?

Psychologisch muss Motivation von Motiven getrennt werden. Motivation ist auf ein bestimmtes Ziel gerichtet und wird dabei von äußeren Faktoren beeinflusst. Ein solcher Faktor kann eine Belohnung bei einer erfolgreich absolvierten Aufgabe sein. Motivation kann sich schnell ändern. Motive sind dabei eine stabile Neigung einer Person. Diese Neigung bestimmt wie eine Person ihrem Leben eine bestimmte Richtung geben kann. Viele Motive liegen in der Tiefe der Psyche verborgen, während die Motivation oft im Bewusstsein des Menschen zugänglich ist.

Motivation kann dabei intrinsisch oder extrinsisch sein. Statisch gesehen strengen sich Menschen mit intrinsischer Motivation mehr an. Am höchsten ist die Motivation, wenn jemand an den Erfolg seiner Handlung glaubt.

Wiederholte Frusterlebnisse, große Anstrengungen, die keinen sichtbaren Erfolg führen, oder gefühlte große und unüberwindbare Hürden können sich negativ auf die Motivation auswirken.

Wir sind alle Künstler

Jetzt ist es schön und gut zu wissen, was Motivation ist – aber woher nehme ich jetzt Motivation zum Schreiben? In einem TED-Talk auf youtube wird der Tipp gegeben, dass wir etwas tun sollen, was uns gefällt, denn jeder Mensch hat ein Talent. Manchmal ist es schwierig dieses Talent zu finden, aber manchmal hilft es, wenn man Freunde oder die Familie befragt, was diese meinen, was wir gut können.

Du kannst stricken? Oder du machst gerne Pläne? Das ist super! Auch hier sind Talente versteckt, so sagt Life-Coach Sarah Ben Breathnach. Weiter stellt die Autorin fest, dass es vielen Menschen unangenehm ist sich selbst als Künstler*in zu bezeichnen. Dabei sei jeder Mensch ein Künstler, denn jede Entscheidung, mit welcher wir es schaffen unsere Schwächen in etwas positives zu verwandeln, treffen wir kreative und künstlerische Entscheidungen. Das wichtigste sei dabei, dass jeder von uns lerne seine Schwächen zu akzeptieren – so schwierig dies auch manchmal sein kann.

Ein paar Motivationstipps

Bei meinen Suchen zum Thema Motivation bin ich auf ein paar Tipps zum Thema „Motivation für Künstler*innen“ gestoßen. Nicht alle Tipps waren hilfreich für mich, aber ich möchte die Tipps weitergeben, die mir auch etwas geholfen haben.

Tipp 1: Schaue auf die kleinen Dinge

Oft kommen uns kreative Aufgaben, wie beispielsweise das Schreiben eines Buches, wie unüberwindbare Hürden vor. Da kann es hilfreich sein, wenn man sich das Ziel in kleine Schritte zerlegt. So kann wird schneller ein Erfolgserlebnis erreicht und es lässt sich besser auf eine Aufgabe konzentrieren.

Tipp 2: Belohnungen

Diesen Tipp vernachlässige ich selbst oft, aber es ist so, dass eine kleine Belohnung unsere Motivation ungemein steigern kann. Du hast eine Vorzeichnung fertig oder du hast ein Kapitel geschrieben? Warum nicht einfach mal entspannen bei deiner Lieblingssüßigkeit oder du nimmst dir Zeit für ein Hobby.

Tipp 3: Ausruhen

Manchmal sind wir zu gestresst, um kreativ oder motiviert zu sein. Hier kann es helfen, wenn wir uns eine Auszeit nehmen. Dies kann mit einem kurzem Powernap oder auch einem Self-Care-Tag passieren. Danach – so meine Erfahrung – hat man auf jeden Fall mehr Kraft, um wieder neue Projekte anzugehen.

Tote Künstler*innen haben mehr Erfolg?

Und falls diese ganzen Tipps nichts helfen, dann ist es hilfreich festzustellen, dass es genug Künstler*innen gibt, die erst nach ihrem Tod berühmt wurden. Zu diesen Künstler*innen zählen beispielsweise Pablo Picasso, Vincent van Gogh oder Stieg Larsson. Aber auch Aktivisten*innen, wie Kirsten Heising, eine Kämpferin für Gewaltlosigkeit, erlangen manchmal erst spät Ruhm.

Oftmals sind die Gründe dafür, dass die Kunstwerke oder die Ideen der Künstler*innen der Zeit voraus sind und deshalb von der Mehrheit nicht verstanden werden.

Warum haben diese Künstler*innen trotzdem weitergemacht? Darauf kann ich keine vollkommene Antwort geben, aber ich vermute, dass dies damit zusammenhängt, dass diese Kunstschaffenden von ihren Ideen und ihrer Arbeit überzeugt waren oder sie einfach liebten, was sie machen. Diesen Gedanken finde ich sehr schön, weil sie mich von meinen eigenen weltlichen Anforderungen, wie Berühmtheit, herunterholt und mich erdet auf das, warum ich eigentlich schreibe oder kreativ bin.

Damit wird deutlich: Es gibt viele Möglichkeiten, um sich motiviert zu halten, auch wenn es manchmal nicht leicht ist. Was mir am Ende meiner Sucher nach der Motivation am meisten geholfen hat, war das Gespräch mit anderen. Manchmal hilft es einfach sich mit anderen über dieselben Probleme auszutauschen, sich trösten zu lassen oder einfach mal die Bestätigung zu holen, dass man gar nicht so schlecht ist, wie man denkt. Auch sollten wir vielleicht versuchen unsere Ansprüche ein bisschen weiterherunter zu schrauben und zu überlegen, warum wir kreativ sein wollen.

Machen wir das wirklich, um berühmt zu werden oder erfüllt die kreative Arbeit einfach unser Leben?


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