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Mensch & Zeugs

Vier Zimmerecken sind noch kein vollkommenes Leben.

An manchen Tagen wird einem einfach alles zu viel. Dann erscheint das Licht viel zu grell, die Geräusche außerhalb der heimischen Wände zu hektisch. Erdrückend. Alleine der Gedanke daran, vor die Tür zu treten und auf Menschen treffen zu müssen, verursacht Schaudern. Um keinen Preis der Welt würdest du dich dieser Situation aussetzen wollen.
Was bleibt dir für eine andere Wahl? Du meidest die Tür, verdrängst jeden Gedanken daran, hinausgehen zu müssen. Stattdessen verkriechst du dich in deinem Zimmer.

Bestimmt hast auch Du schon einmal den Wunsch gehabt, Dich zu verkriechen. Vielleicht bist Du sogar eine Person, die sich sehr gerne verkriecht, lieber alleine im eigenen Zimmer bleibt als sich unter die Menschen zu mischen. Möglicherweise sind auch Dir die dunklen Schatten deines Zimmers lieber als die grelle Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Dann wirst Du wissen, wie viel leichter es ist, einfach daheim zu bleiben und sich vor dem zu verstecken, was Angst macht oder unangenehm ist. Sich zu verkriechen ist einfach sicherer.
Wenn Deine Freunde oder Bekannten Dich bitten, mit ihnen etwas zu unternehmen lehnst Du ab, raus wagst Du Dich nur, wenn Du keine andere Wahl hast. Das alles tust Du, um dich geborgen zu fühlen.

Wenn der Wunsch danach, Geborgenheit zu empfinden allerdings zu stark wird, kann es schnell geschehen, dass man Gefahr läuft, sich zu verkriechen.

In vielen Situation möchte man seinem inneren Drang folgen und sich verstecken und untertauchen.
Das Ziel ist immer das Gleiche: Wir schützen uns, machen uns nicht so verletzlich, zeigen uns nicht und somit natürlich auch keine Schwäche. In dem wir uns nicht zeigen finden wir Ruhe und unseren persönlichen kleinen Frieden, mit anderen Worten: Wir finden diesen Zustand der Geborgenheit.

Weshalb auch solltest Du Dich mit Dingen konfrontieren, welche dir Angst machen? Warum solltest Du Deine Wohnung verlassen, wenn dort draußen so vieles schiefgehen kann? Du musst Dich Deinen Problemen nicht stellen, wenn Du Dich in den Schatten Deines Zimmers verkriechst. Dir bleibt dadurch eine ganze Menge mögliches Leid, viele unangenehme Situationen erspart und es ist wahnsinnig bequem!

Geborgenheit empfinden zu wollen ist vollkommen in Ordnung und natürlich.

Ist doch super praktisch! Sich zu verkriechen schützt vor Gefahren und allem, was Dich unglücklich machen kann. Man zieht sich in die Geborgenheit zurück, kann sich zufrieden, beschützt und glücklich fühlen. Daran kann doch nichts Schlechtes zu finden sein. Oder?

Es stimmt, man kann, wenn man sich in seiner Wohnung verkriecht, keine schlechten, qualvollen Erfahrungen machen. Dir entgehen aber ebenfalls die Positiven. Du nimmst Dir dadurch die Gelegenheit, das Leben wirklich kennen zu lernen. Es geschieht viel Schlimmes in der Welt, und manchmal trifft das Unglück auch Dich. Doch es gibt auch gute Momente, schöne Situationen, an die man sich gerne erinnert.
Sich zu verkriechen, weil man sich beispielsweise vor der großen Menschenmenge außerhalb deiner Wohnung fürchtet, Panik vor dem heftigen Lärm der Straßen hat, das führt zu nichts. Man gewöhnt sich immer mehr an die Einsamkeit, an die bequemen, dunklen Ecken des Zimmers und die wohltuende Geborgenheit, welche man in dieser Sicherheit empfindet. Irgendwann hat man sich vollkommen von der Welt, von seinen Freunden und von seinem Leben außerhalb der heimischen Wände abgetrennt.

Sich zu verkriechen löst die Probleme nicht, aus denen heraus man sich versteckt, sie werden dadurch nur aufgeschoben und mit der Zeit immer schlimmer. Wenn man sich nicht seinen Ängsten stellt, kann man sie niemals überwinden.

Geborgenheit empfinden zu wollen ist vollkommen in Ordnung und natürlich. Doch sie kann Dich auch daran hindert, Erfahrungen zu machen, das Leben kennen zu lernen und das Leben zu meistern.

Denn eins will gesagt sein: Das Leben zu meistern bedeutet nicht alle vier Ecken deines Zimmers in und auswendig zu kennen. Etwas zu meistern heißt auch hinzufallen. Das Meistern will gelernt sein und muss gelernt werden, aber eben nicht alleine in einem Raum in deiner kleinen feinen Komfort Zone. Du musst das Leben schon leben um es am Ende zu meistern. Das macht kein anderer für Dich!

 

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