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Harry Potter und das Plothole der Zeitreise

Die Harry Potter Buchserie ist eine der beliebtesten Reihen unserer Zeit. Der kleine Zauberer hat Millionen, wenn nicht ganze Generationen, von Menschen beeinflusst und jeder kennt zumindest seinen Namen. Mit viel Erfolg kommt aber für gewöhnlich auch viel Kritik und das ist in diesem Fall nicht anders. Fans, wie auch Hater der Reihe, weisen die Autorin J.K. Rowling immer wieder auf Plotholes und Logikfehler hin, wie die Fehler der Zeitumkehrer. Aber sind die Zeitumkehrer wirklich ein Plothole der Bücher?

Harry Potter hat viele Plotholes, zum Beispiel, dass Harry die Thestrale im fünften Band sehen kann, nachdem er Cedric Diggorys Tod im vierten Band gesehen hat. Viele Fans argumentieren hier, dass Harry den Tod seiner Mutter miterlebt hat und er deshalb die pferdeähnlichen Wesen schon früher hätte sehen müssen. Aber wie immer sind diese Vermutungen der Ursprung vieler Diskussionen. In diesem Fall stehen zwei Parteien gegenüber, wobei die eine Seite sagt, er müsste Thestrale schon lange gesehen haben, und die Andere, dass er zu jung war um den Tod seiner Mutter aufzunehmen. Wer nun recht hat, bleibt jedoch umstritten.

Aber der wohl meist umstrittenste Handlungsstrang ist der der Zeitumkehrer. Aber ist das berechtigt? Ist der Zeitumkehrer wirklich ein Plothole? Das Problem, dass hier aufkommt ist, dass J.K. Rowling ihren eigenen Logikfehler bereits einmal berichtigt hat, aber ein neuer aufkam mit der Veröffentlichung des Theaterstückes Harry Potter und das Verwunschene Kind von Jack Thorne.

Man hätte den Tod von Harrys Eltern, oder den Tod von Cedric Diggory verhindern können.

Zuerst einmal eine Erklärung wie Rowling mit dem Plothole, dass sich vor ihr geöffnet hat, umgegangen ist. Im dritten Buch, Harry Potter und der Gefangene von Askaban, erhält Hermine Granger, Harrys beste Freundin, von der Lehrerin McGonagall einen Zeitumkehrer um alle ihre Kurse besuchten zu können. Dieser Zeitumkehrer war in der Lage den Zauberer, oder die Hexe, wenige Stunden in die Vergangenheit zu schicken. Der Umkehrer besteht aus ein paar Ringen, die mit einer Sanduhr verbunden sind. Einen der Ringe kann man drehen, und eine Umdrehung entspricht einer Stunde, die die Person in der Zeit zurückreist. Man kann höchstens fünf Stunden in der Vergangenheit verbringen, bevor man selbst großen Schaden erleidet.

Da stellt sich natürlich die Frage wieso die Zeitumkehrer nicht für wichtigeres eingesetzt wurden, als nur Zeitmanagement Probleme zu lösen. Man hätte den Tod von Harrys Eltern, oder den Tod von Cedric Diggory verhindern können.

Rowling sagt selbst, sie sei zu leichtsinnig mit dem Thema Zeitreisen umgegangen. Sie hat ihre Probleme, die sich damit gemacht hat, etappenweise gelöst: Zuerst ließ die Dumbledore, der Schulleiter von Harrys Schule Hogwarts, und Hermine betonen wie gefährlich es ist in der Vergangenheit gesehen zu werden, um den Leser zu erinnern was für Konsequenzen Zeitreise haben kann. Dann hat Hermine den einzigen Zeitumkehrer der je nach Hogwarts kam wieder zurückgegeben. Und schlussendlich wurden alle Zeitumkehrer die das Zauberministerium besitzt im fünften Buch unschädlich gemacht, sodass sie niemand mehr benutzen kann.

Das verkompliziert sich jedoch mit dem Theaterstück, dass letztes Jahr erschienen ist.

In der Originalserie hat Rowling sich selbst also vor dem Plothole retten können, wobei diese Versuche für einige Fans nicht genug sind, und noch weiterhin glauben, dass man Voldemort (der Bösewicht) mit Zeitreisen aufhalten könnte. Dessen steht jedoch ein kleiner Logikfehler im Weg: Schaut man die Handlung von dem dritten Teil, Harry Potter und der Gefangene von Askaban, genauer an, kann man erkennen, dass Harry und Hermine nichts verändern, wenn sie in der Zeit zurückreisen. Alles passiert genau so wie sie es erlebt haben. Der Stein der nach Harry hinter Hagrids Hütte geworfen wird, kommt von Harry und Hermine selbst. Wenn der Werwolf angreift und man Wolfgeheule hört, hört man eigentlich Hermine. Und als Harry von Dementoren (seelenlose Kreaturen die sich von Glück ernähren) am See angegriffen wird, rettet er sich selbst. Sie haben also nicht wirklich etwas verändert, sie haben nur dafür gesorgt, dass die Dinge tatsächlich so passieren wie sie bereits passiert sind. Nach dieser Logik kann man Voldemort also durch Zeitreisen nicht aufhalten.

Das verkompliziert sich jedoch mit dem Theaterstück, dass letztes Jahr erschienen ist. Dort stellt sich heraus, dass der Zauberer Theodore Nott einen neuen Prototypen für Lucius Malfoy, ein Anhänger Voldemorts (Todesser). Dieser Zeitumkehrer lässt den Träger soweit in der Zeit zurückreisen wie er möchte, jedoch nur für fünf Minuten, da er sehr instabil ist. Er wurde wahrscheinlich dazu gebaut um Voldemort zu retten, wurde von den Malfoys jedoch nie für diesen Zweck verwendet. Er entwickelte später eine verbesserte Version, mit der man so weit in die Vergangenheit reisen konnte wie man wollte, und auch so lange dort bleiben konnte wie man wollte. Nott behielt den Prototypen, der von Harry Potter, Chef der magischen Strafverfolgung, beschlagnahmt wurde. Der beschlagnahmte Umkehrer wird im Büro der Ministerin für Magie, Hermine Granger, versteckt, aber von Harrys Sohn Albus und Draco Malfoys Sohn Scorpius gestohlen. Sie benutzen ihn um Cedric Diggory zu retten, der im vierten Teil während des Trimagischen Turniers umgebracht wurde. Darauf folgen etliche alternative Realitäten, bis sie schließlich noch einmal in die Vergangenheit reisen um Harrys Eltern zu retten. All das wirkt stark als wäre das Stück eine Art Antwort auf die Frage „Warum konnte Voldemort durch Zeitreise nicht aufgehalten werden?“.

Also entsteht durch das achte Buch ein neues Plothole?

Viele Fans waren enttäuscht von der achten Geschichte, da sie wie eine alles-ist-möglich-Fanfiction wirkt, und nicht wie eine Weiterführung der geliebten Geschichte. Und irgendwie ist es auch eine Fanfiction, da Jack Thorne das Drehbuch geschrieben hat. Die Idee stammt zwar von J.K. Rowling und Thorne, aber letztendlich hat es nicht Rowling geschrieben.

Also entsteht durch das achte Buch ein neues Plothole? Absolut nicht, es dient lediglich dazu das alte Plothole noch weiter aufzuarbeiten.

Rowling hat schließlich selbst zugegeben, dass sie einige Fehler gemacht hat und sie hat alles getan, damit wenigstens dieser eine Fehler behoben wurde. Wir sollten uns lieber auf andere Logikfehler konzentrieren, wie „wo gehen die Zauberkinder zur Schule bevor sie nach Hogwarts gehen?“ oder „Gehen sie überhaupt zur Schule?“ und mein persönlicher Favorit: „Wieso lernen die Schüler in Hogwarts nicht lesen und schreiben und haben auch keine Fächer für Fremdsprachen und Literatur oder Mathe?“

Nahezu jede Fantasy-Reihe hat Logikfehler und Plotholes, das kann man kaum verhindern, da man eine komplett neue Welt erschafft und manchmal den Überblick verlieren kann.

Rowling hat selbst gesagt, dass man immer vorsichtig sein muss, was man erfindet. Jeder Vorteil bringt meist auch Nachteile mit sich.

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