Peinliche Situationen vermeiden – Eine Anleitung

„Und schon wieder ist es passiert!“ Wenn Du das mehr als einmal in der Woche denkst – dann bist Du hier genau richtig. Setze Dich hin und schmöker in Unseren Ratschlägen, dann wird Dir das nie wieder passieren. Na ja … nicht mehr so häufig …

Jeder von uns ist schon einmal in eine peinliche Situation geraten. Vermutlich werden sich viele noch daran erinnern, wie sie sich in diesem Moment gefühlt haben, wie unangenehm ihnen das Ganze war.

Die Angst in eine peinliche Situation zu geraten begleitet von allem diejenigen, welche oft das Pech haben, in eine solche zu geraten.  Doch auch der Wunsch, sich nicht lächerlich zu machen, dass Wissen darum, wie wichtig es ist bei bestimmten Anlässen – wie zum Beispiel einem Bewerbungsgespräch, einer Rede oder bei Dates – einen guten Eindruck zu erwecken, kann dazu führen, mit Panik an diese zu denken. Peinliche Situationen sind für den Betroffenen schrecklich, und es gibt wenig, was man tun kann, um aus ihnen zu entkommen.

Es ist jedoch möglich, gar nicht erst in peinliche Umstände zu geraten. Folgende Schritte sollen erklären, wie man diese vermeidet.

Sei vorbereitet

Der einfachste Weg, nicht in eine peinliche Situation zu geraten, ist vorbereitet zu sein. Trage dafür Sorge, nichts Wichtiges zu vergessen.

Wenn Du vor einem großen Publikum eine Rede halten musst, dann nimm Dir einige Tage im Voraus Zeit die Rede zu verfassen. Trage sie Deiner Familie oder Deinen Freunden vor und verbessere sie gegebenenfalls. Fertige Dir Redekärtchen an und gehe sicher, dass Du dich tatsächlich an ihnen orientieren kannst. Bevor Du dich auf den Weg zu der Veranstaltung machst, kontrolliere – wenn nötig mehrmals – ob Du die Karten eingepackt hast. Wenn du Dir sehr unsicher bist, kannst du auch einem zuverlässigen Freund, der bei der Rede ebenfalls anwesend ist, einen zweiten Satz Redekarten geben. So kannst Du dir auf jeden Fall sicher sein, dass du die Rede nicht frei und improvisiert vortragen musst.

Ziehe alle Eventualitäten in Betracht

Nicht immer kommt alles so, wie Du es dir vielleicht vorgestellt oder es geplant hast. Du kannst dich noch so gut auf ein bestimmtes Szenario vorbereiten, es kann immer noch etwas geschehen, womit Du nicht gerechnet hast.

Deshalb ziehe bei Deiner Vorbereitung alle Eventualitäten in Betracht. Berücksichtige viele verschiedene Möglichkeiten, was geschehen könnte. Vernachlässige selbst Situationen nicht, die Dir womöglich im ersten Moment als einigermaßen unwahrscheinlich erscheinen. Bereite Dich dann darauf vor, auch wenn es eine Menge Arbeit ist.

Möchtest Du auf ein Konzert gehen, dann achte nicht nur darauf, dass Du deine Eintrittskarte dabei hast, sondern denke weiter. Ist es möglich, dass ein Bekannter von dir dabei ist, von dem Du etwas geliehen und noch immer nicht zurückgegeben hast? Dann nimm diesen Gegenstand auf jeden Fall ebenfalls mit. Fährst Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Konzert? Gehe davon aus, dass diese zu spät ankommen, überfüllt sind oder sie Dir im letzten Moment direkt vor der Nase davonfahren. Plane entsprechend genügend Zeit ein, rechne Notfalls mit mehreren Stunden.

Bei der Berücksichtigung aller Möglichkeiten sind Mind-Maps überaus hilfreich.

Kenne Deine Schwächen

Sei Dir darüber bewusst, wo deine Schwachstellen liegen und plane dementsprechend.

Bist Du vielleicht sehr vergesslich? In dem Fall trage wichtige Termine unbedingt umgehend in Deinen Kalender und Dein Handy ein, lass dich bereits mehrere Tage vor dem Termin an diesen Erinnern. Damit kannst du zuverlässige Freunde und dein Handy betrauen – verlasse dich aber nicht auf nur eine einzige Option.

Gehe kein Risiko ein

Kennst Du erst einmal Deine Schwächen, dann respektiere sie. Versuche nicht, das Schicksal und dein Glück herauszufordern!

Wenn Du weißt, dass du Höhenangst hast, dann meide hochgelegene Plätze. Lädt Dich ein Freund zu einem Besuch eines Hochseilgartens ein, solltest du absagen und eine andere Alternative vorschlagen. Auch wenn dein Date mit Dir in dem tollen neuen Restaurant essen gehen möchte, welches auf einem Berg liegt und mit einer Hochseilbahn zu erreichen ist, solltest Du dennoch absagen und ihr werdet sicherlich einen anderen tollen Platz finden.

Wichtig ist vor allem, dass Du nicht versuchst, mutiger zu erscheinen als Du bist. Wenn du eine Spinnenphobie hast, dann lass Dich nicht überreden, eines dieser Tierchen auf die Hand zu nehmen nur um Dich zu beweisen.

Erst denken – dann handeln

Viele Leute haben das Problem in den unmöglichsten Momenten etwas unfassbar Peinliches oder Unpassendes zu sagen oder zu tun. Das kannst Du ganz einfach vermeiden indem Du dich nicht zu einer unüberlegten Reaktion hinreisen lässt.

Jemand sagt etwas Deiner Meinung nach unglaublich Witziges? Beachte erst die Reaktion der anderen, bevor Du irgendetwas tust. Lachen sie ebenfalls? Dann kannst Du dich getrost ebenfalls amüsieren. Wenn es jedoch still bleibt und die anderen verlegen zu Boden sehen oder ein missbilligendes Gesicht machen, solltest Du dich hüten, zu lachen. Denn nur, da Du den Kommentar oder das Verhalten einer Person als lustig und amüsant empfindest, heißt das nicht, dass es den Gegenübern ebenfalls so geht.

Wenn Du etwas in eine Gesprächsrunde einbringen möchtest, dann überlege Dir zuvor genau, wie dein Kommentar aufgenommen werden könnte. Ist er vielleicht ein wenig zu kritisch? Könnte er einen der Anwesenden verletzen? Ist der Moment, der günstige Zeitpunkt um den Kommentar zu sagen, schon verstrichen? Erst wenn Du dir sicher bist, dass Deine Worte vollkommen harmlos sind, kannst Du sprechen.

Bleibe konzentriert

Sich in Gedanken zu verlieren oder seine Aufmerksamkeit kurz einer interessanten Sache zuzuwenden kann zwar ganz schön sein, ist aber in den meisten Fällen sehr gefährlich. Du darfst in einem wichtigen Gespräch nicht durch Unaufmerksamkeit den Zusammenhang verlieren, dass kann zu Peinlichkeit führen wenn man Dich etwas fragt.

Fährst Du mit dem Zug zu einem bedeutsamen Termin, darfst Du es Dir nicht gestatten, an der falschen Haltestelle auszusteigen. Achte deshalb immer genau auf die Ansagen oder die Anzeige. Kennst Du die Gegend, dann behalte auch diese im Blick.

Behalte die Situation im Blick

Dieser Punkt verlangt mehr als nur permanente Konzentration, sondern fordert auch von Dir Voraussicht. Du musst erkennen, wann sich eine Situation ändert und schnell genug darauf reagieren.

Unterhältst Du dich mit einer wichtigen Person, dann konzentriere Dich nicht nur auf das Gespräch sondern behalte auch seine Mimik im Auge. Wirkt er gelangweilt? Dann wechsle unbedingt das Thema zu etwas Interessanterem. Wird er schweigsamer, während Du immer mehr redest? Finde heraus woran das liegt und korrigiere deinen Fehler. Achte darauf, wenn etwas deinen Gesprächspartner peinlich berührt oder er traurig blickt: Dann hast du eindeutig falsches Terrain betreten .

Sei wie Du bist – und wenn nicht: bereite Dich vor

Unnatürliches oder offenkundig gestelltes Verhalten kann ebenfalls sehr peinlich sein. Wirst du bei einer Lüge ertappt, ist das für Dich sehr unangenehm. Deshalb sollten dein Verhalten und deine Sprache unbedingt echt und nicht geschauspielert sein. Die Geschichten, welche Du – egal wem – erzählst, sollten stimmen. Wer kennt Dich besser als Du selbst? Aus diesem Grund solltest Du nicht versuchen, vorzugeben, eine Person zu sein, die Du nicht bist. Schauspielerei wird oft leicht erkannt, was peinlich für Dich werden könnte.

Gehst Du zu einem Bewerbungsgespräch erzähle den Interviewern keine erfundenen Geschichten – sie sind erfahren genug das zu bemerken. Verstelle Dich auch nicht, weil Du denkst, als selbstsicherer Egoist bessere Chancen zu haben. Bedenke, dass menschliches Verhalten in der Regel stimmig ist. Suchst Du dir eine Rolle aus die Dir nicht entspricht, können Deine Handlungen, Deine Sprache sogar Deine Bewegungen unnatürlich sein und als nicht zu dem Vorgegebenen passend erkannt werden.

Solltest Du jedoch aus irgendeinem Grund gezwungen sein, einen anderen Charakter darzustellen oder eine Lüge zu erzählen, dann studiere diese Rolle auf jeden Fall sorgfältig und gewissenhaft ein! Sei Dir bewusst, dass Du zu einem Schauspieler wirst und auch so handeln musst. Du hast zwar keinen kompletten Script zu lernen, aber einen kompletten Charakter. Lege Dir entsprechende Antworten zurecht und studiere sie glaubwürdig ein. Achte auf Dein komplettes Verhalten und suche Dir Studienobjekte welche zu der Rolle passen, die Du darstellen willst. Beobachte genau, wie sie sich verhalten, sprechen, bewegen und lerne diese Muster .

Bleibe ruhig, erwarte nicht das Schlimmste

Bei deiner Vorbereitung musst Du zwar alle Eventualitäten – auch die negativsten Situationen – berücksichtigen. Behalte dennoch im Gedächtnis, dass es nur selten zum wirklich äußerst Schlimmsten kommt.

Lass Dich nicht von allzu negativen Vermutungen verunsichern. Mache Dir bewusst, was das Schlimmste ist, was Dir in einer entsprechenden Situation geschehen kann, dann sei Dir im Klaren darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dergleichen geschieht.

Hast Du zu viel Angst und gehst mit zu viel Gewissheit, dass alles nur schrecklich werden kann, in eine Situation hinein, dann wird es auch so kommen. Dieses Phänomen wird als „selbsterfüllende Prophezeiung“ bezeichnet. Du bist Dir einer Sache zu sicher, dass Du nervös wirst, Fehler machst und unterbewusst so handelst, dass es tatsächlich so kommt.

Dagegen hilft das gleiche Prinzip, nur umgekehrt. Per Autosuggestion kannst Du dir einreden, dass alles gut wird, Dir nichts geschehen kann und nichts Schlimmes geschieht. Irgendwann glaubst Du selbst daran und kannst unbefangener an eine Situation herangehen.

Suche Dir Unterstützung

Situationen – ganz gleich welche – sind meist leichter, wenn man sie zu zweit besteht. Solltest Du Freunde haben, dann kannst Du dich an diese mit einer Bitte nach Unterstützung wenden. Sei es nur, um mit Dir einen Text für eine Rede durchzugehen, Dir die Angst vor einer Verabredung zu nehmen, Dir einfach nur zuzuhören oder Dir aktiv beizustehen.

Wenn Du sehr nervös und zu häufigen peinlichen Situationen neigst, kannst Du einen Freund darum bitten, Dich zu begleiten und auf Dich aufzupassen. Er kann Dir vielleicht ein wenig die Unsicherheit nehmen oder Dich in unangenehmen Momenten unterstützen. Es ist so oder so sehr hilfreich, wenn Du weißt, dass jemand da ist, auf den Du dich verlassen kannst.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Angst vor peinlichen Situationen kein Grund ist sich zu verkriechen und nichts mehr zu unternehmen. Egal wie sehr man sich auch fürchtet, wie grauenhaft derartige Momente auch erscheinen mögen, sie müssen nicht zwangsläufig eintreten. Man kann verhindern in peinliche Situationen zu geraten und selbst wenn es mal nicht funktionieren sollte, man sich komplett lächerlich macht, verpasst man mehr wenn man sich niemals traut. Und außerdem: Was kann im Schlimmsten Fall denn passieren?


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