Doodad
Kultur & Zeugs

Ich bin dann mal weg!

Neue Erfahrungen sammelt man selten direkt vor der eigenen Haustür. Oft findet man sie dann, wenn man verreist. Um einen tieferen Einblick in eine Kultur zu bekommen, sollte man Land und Leute über einen längeren Zeitraum hinweg kennenlernen. Doodad hat drei Mädels befragt, die aus dem Nähkästchen ihrer Auslandserfahrungen plaudern.

Möbel packen und umziehen? Das Haus der eigenen Geburt oder die Heimatstadt, in der man in den Kindergarten gegangen und eingeschult worden ist, verlassen? Das kommt für manche Menschen gar nicht in Frage. Sie bleiben ihr Leben lang an Ort und Stelle. Geburt und Tod – nicht weit voneinander entfernt. Andere hat die Abenteuerlust gepackt und sie wollen neue Länder, Kulturen und Menschen kennenlernen. Oft stehen sie dann vor den großen Atlanten und Globen. Sie fahren mit dem Finger imaginäre Reiserouten nach, sehen sich Bilder von hohen Bergen und fernen Sandstränden an, dabei kribbelt es im Bauch, als würden tausende Ameisen durch ihn hindurchlaufen. Wenn einen so ein Gefühl überfällt, dann nennt man das Fernweh. Vor allem nach dem Schulabschluss oder während des Studiums plagt Viele die Sehnsucht nach der großen, weiten Welt. Um für ein paar Monate fremde Luft zu schnuppern, gibt es einige Möglichkeiten.

Beispielsweise kann man während seiner Schulzeit ein Auslandsjahr an einer Highschool in den USA machen. Ines Pfeiffer hat dies mit 16 Jahren ausprobiert:

Auslandsjahr − Erfahrungen in den USA

Abschied fällt schwer. Besonders von der Familie, wenn man diese zehn Monate nicht sieht. Im Flugzeug übermannte mich aber trotzdem die Aufregung. Ich war auf den Weg in das Land der unbeschränkten Möglichkeiten: die USA. Den Tipp, den ich jedem geben kann ist, egal wie lange ihr fort seid: Ihr werdet eure Familie und Freunde wiedersehen. Es ist kein Abschied für immer! Was mein High School Jahr an mir verändert hat? Der erste Punkt ist meine Schüchternheit. Ich habe festgestellt, dass schüchterne Menschen in den USA eine Seltenheit sind und durch die täglich unternommenen Versuche Freunde zu finden, war sie auch bei mir schnell verflogen. Der zweite Punkt sind meine anderen Schwächen: Sie wurden mir bewusst und ich hatte die Chance an ihnen zu arbeiten. Ich bin jetzt weniger schüchtern, offener, auch anderen Kulturen gegenüber. Ich habe gelernt, wie ich mich am Besten in eine neue Umgebung oder auch eine Gruppe integrieren kann und bin sehr selbstständig geworden. Das ist mir persönlich sehr viel wert.

Ines Pfeiffer

Wer diese Chance verpasst hat und zu alt für die Highschool ist, der hat die Möglichkeit nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen. Dort kann man beispielsweise nach Bolivien oder Nigeria reisen und in einem Kinderheim oder einer Einrichtung für körperlich Behinderte arbeiten. Das Ziel bei einem sozialen Jahr ist es, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und selbst davon zu profitieren.

Eine andere Möglichkeit, um Einblicke in eine andere Kultur zu bekommen, ist ein Jahr als Aupair. Hier betreut man zum Beispiel in Frankreich (oder einem anderen Land der Wahl) die Kinder einer Familie. Man kümmert sich um sie und bekommt dafür ein kleines Gehalt. Außerdem zeigt die Familie ihrem Aupair das Land. Insiderwissen ist also garantiert!

Die dritte Möglichkeit probiert Laura Bangert aus. Sie hat in diesem Jahr ihr Abitur absolviert und reiste am 13. September für zehn Monate nach Kanada. Dort besucht sie eine Sprachschule, um ihr Englisch zu verbessern. Über ihre Befürchtungen und Träume berichtet sie:

Erwartungen für mein Auslandsjahr in Kanada

Nach der Schule erfülle ich mir einen Traum: In Kanada werde ich eine Sprachschule besuchen! Die riesige Stadt Vancouver und das Leben unter Fremden wird eine Herausforderung für mich sein. Ich werde alles von Grund auf neu organisiert werden müssen. Am Anfang wird es schwer werden, denn dann kann ich nicht einfach meine Mutter anrufen, damit sie mich von der Stadtbahnhaltestelle abholt. Es wird Überwindung kosten andere Leute anzusprechen, aber das ist sehr wichtig für mein Selbstvertrauen. In einer fremden Familie zusammenzuleben, und den kanadischen „Way of Life“ hautnah zu spüren zu bekommen, wird eine Erfahrung sein, der ich gespannt entgegen fiebere. Ich werde mich in diesen Monaten verändern. Auf der einen Seite kann ich es kaum erwarten, andererseits verspüre ich jetzt schon ein wenig Heimweh, wenn ich daran denke, dass ich bald mein Zuhause für fast ein Jahr verlasse.

Laura Bangert

Zu guter Letzt: Wenn man zusätzlich zu seinen Sprachfähigkeiten auch noch sein Fachwissen verbessern will, kann man während des Studiums ein Auslandssemester belegen. Viele Universitäten in Deutschland bieten Austauschprojekte mit ausländischen Hochschulen an. Wer beispielsweise an der Universität Tübingen Sprachen wie Japanisch oder Koreanisch studiert, der wird mindestens einmal während seiner Studienzeit eine Partneruniversität besuchen. Aber auch alle anderen Studenten können an Austauschprogrammen teilnehmen. Weltweit können Universitäten besucht werden. Beliebt sind Ziele in Amerika, Europa, Asien oder Australien und Neuseeland. Lena Palmbach hat ihr Auslandssemester in Leeds, England, verbracht. Ein vielfältiges Programm wurde ihr geboten:

Auslandssemester in Leeds

Für mich stand fest: Ich werde ein Auslandssemester einlegen. Im Sommer 2015 war es für mich soweit. Es ging in die Studentenstadt Leeds. An der Leeds Beckett University habe ich Creative Media Technology belegt und war überrascht von den praxisorientierten und kreativen Modulen. Besonders toll fand ich die lockere Umgangsweise mit den Dozenten. Als Universitätsstadt hat Leeds viel zu bieten. Ich habe die Teamsportart Korfball entdeckt, die stark dem Netball ähnelt und in Deutschland kaum bekannt ist. Außerdem war ich in einer internationalen Fotogemeinschaft und der Hiking Society der Uni aktiv. Über die Hiking Society konnte ich viel von der schönen Yorkshire Landschaft entdecken und erleben, dass dort auch mal Schafweiden und Flüsse öffentliche Wanderwege kreuzen und man über Steinmauern klettern muss.

Kulinarisch ist England ehrlich gesagt, neben Fish & Chips und den Sunday Roast, sehr „Burger-lastig“. Meine Favoriten hierzu: Der „Library Pub“ beim Hyde Park hat einen genialen „Pulled Pork Burger“, im „The Joint“ auf der Hauptstraße, der Woodhouse Lane, bekommt man verschiedene Burger in einer trendy renovierten Kirche serviert und wer es indisch mag bekommt im „Tharavadu“ nahe des Bahnhofs sehr leckere und verschiedene Gerichte nach südindischer Art serviert. Das Semester in Leeds wird mir im Gedächtnis bleiben!

Lena Palmbach (ein anderes Interview mit Lena auf der Website ihrer Hochschule)

Man sieht: Für jeden, den das Fernweh packt, gibt es eine Möglichkeit herauszufinden, ob das Gras auf der anderen Seite wirklich grüner ist. Wenn ihr Lust bekommen habt, dann ein wichtiger Tipp: Jedes Auslandsjahr muss sorgfältig geplant werden. Deshalb kümmert euch rechtzeitig darum. So steht den neuen Erfahrungen nichts im Weg und uns bleibt nur noch eines zu sagen: Jungs und Mädels, vergesst eure Wechselwäsche nicht!

[efstabs class=“yourcustomclass“]
[efstab title=“INFOKASTEN“ active=“active“]

Wichtige Adressen und Informationen für euer Jahr im Ausland:

Freiwilligen Dienst in aller Welt:

Beide Anbieter sind jedoch kostenpflichtig. Deshalb unser Tipp: Wer gerne Work & Travel machen will, der sollte es sich selbst organisieren, denn das spart Geld.

Europäische freiwillige Dienste:

Au Pair:

Für Studierende mit Bachelor:

[/efstab]
[/efstabs]

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.