Welt & Zeugs

Remember, remember the eighth of November: Das erste Jahr nach Trumps Wahlsieg

Die USA-Nordkorea-Krise

Nordkoreas Raketentests halten die Welt, besonders die Nationen rund um Korea, seit langem in Atem. Ein weiterer Abschuss einer Interkontinentalrakete in Juli fand weltweit große Ablehnung und Missbilligung. Durch Trump und seine Kritik scheint sich die USA-Nordkorea-Krise jedoch weiter aufgebauscht zu haben. Kurzzeitig drohte Kim Jong Un sogar damit die Insel Guam, die US Territorium ist, zum Ziel einer Interkontinentalrakete zu machen. Nicht nur die stationierten Soldaten dort sind mehr als beunruhigt:
„Ich muss sagen, ich hatte noch nie so viel Angst um mein Land und die Nationen dieser Welt, als mit Donald Trump als Präsident.“, meint Andrea, die selbst aus einer Militärfamilie stammt. Zwar sind sie und ihrer Familie in sicherer Entfernung in den USA, aber wohl fühlt sie sich dennoch nicht. „Diese Wortgefechte, die er mit den Nordkoreanern führt, sind beängstigend! Wir haben nicht länger ein Staatsoberhaupt, dass sich wohl überlegt äußert und durchdachte diplomatische Entscheidungen fällt, wenn es um die nordkoreanische Regierung geht, sondern impulsiv und aufbrausend agiert. Seine Worte sind nicht nur aufhetzerisch und provokativ, er scheint auch weiter haarsträubende Statements zu geben, obwohl ihm davon abgeraten wird. Und diese Stellungnahmen auch noch auf Twitter zu machen! Als er von einem Reporter zu den Raketentests befragt wurde, meinte er: „Sie werden mit Feuer und Wut empfangen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.“ Seine Kommentare wurden seither nur schlimmer.“
Mittlerweile hat sich die Lage wieder etwas entspannt, Nordkoreas Diktator sprach davon, die USA noch ein wenig länger zu beobachten. Vielleicht war er selbst etwas erstaunt darüber, dass Trump nach seinen Drohungen nicht zurückgewichen war, sondern mit enormen Gegenmaßnahmen provozierte. Vorerst kann man aufatmen. Aber vom Tisch ist die Sache noch lange nicht.

Diese fünf Highlights aus Trumps bisheriger Präsidentenlaufbahn sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Während die Russland-Affäre immer weitere Kreise zieht, es in Charlottesville, Virginia, zu Ausschreitungen bei einem Aufmarsch von Neo-Nazis kam und die Umfragewerte des Präsidenten in der Bevölkerung die Schlechtesten seit 50 Jahren sind, schmiedet Trump eifrig weiter Pläne – to make America great again! Der mittlerweile 71-jährige hat große Pläne für sein Land, was die anderen Nationen weltweit nur skeptisch beäugen können. Trump selbst ist optimistisch. Die USA scheint gespalten, wenn es um ihren Präsidenten geht. Die meisten Trump-Anhänger stehen noch immer hinter dem Mann. Kein Präsident zuvor war so aktiv in den Sozialen Medien – sprich Twitter – unterwegs, wie der Republikaner. Über 36 Millionen Follower hat Trump auf Twitter, über 35 Tausend Tweets hat er schon verfasst; im Vergleich: dem offiziellen Twitter-Account der Präsidenten der Vereinigten Staaten folgen 20 Millionen, und „nur“ etwas über ein Tausend Tweets wurden geschrieben. In letzter Zeit wird hier auch vorwiegend auf die Nachrichten von Trumps Account verwiesen. Diese Online-Präsens finden die Republikaner natürlich sehr gut. Man muss nicht erst die Nachrichten anschalten, sondern bekommt immer sofort mit, wenn Trump etwas zu sagen hat. Viele fühlen sich durch den Kurznachrichten-Dienst näher an ihrem Präsidenten, weil er mit ihnen auf einer Ebene kommuniziert. Andere, wie Andrea, fürchten wegen Trump um die Einigkeit im eigenen Land: „Ich bin der Meinung, dass Donald Trump ein , wichtigtuerisches Individuum ist, das dazu ungeeignet ist, als Präsident der Vereinigten Staaten zu dienen. Sein mangelndes Wissen über die amerikanische Verfassung, die Gesetze unseres Landes, Außenpolitik, und wie er mit Angst und Hass arbeitet, machen ihn gefährlich – nicht nur für unsere Nation, sondern auch für die Welt. Länder, die sich als Verbündete auf die USA verlassen haben, haben nun das Nachsehen und müssen sich für Hilfe an anderen Nationen wenden. In den Vereinigten Staaten wird Angela Merkel jetzt als Anführerin der freien Welt gesehen. Ich befürchte, dass es Jahre dauern wird, bis unsere Nation sich von der Kluft in der Bevölkerung erholt haben wird – und Trump trägt dazu nicht gerade bei, im Gegenteil: er spaltet das Land noch mehr.“


Na das sind ja rosige Aussichten auf die nächsten drei Jahre. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Trump kann nicht jede Entscheidung alleine fällen, und die Bevölkerung der USA beeinflusst Politiker zunehmend beim Treffen ihrer Entscheidungen. Wichtig ist, dass man nicht alles glaubt, was Trump von sich gibt; er ist ja dafür bekannt, gerne mal zu übertreiben oder falsche Aussagen zu machen. Die Washington Post hat sich mit Trumps Lügen sogar soweit befasst, dass sie sie gezählt haben (http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Die-133-Luegen-des-Donald-Trump-id40644906.html). Es ist also nicht alles Gold, was glänzt. Und das sich auch schon Politiker und Berater von Trump abwenden, wie beispielsweise nach den Ereignissen in Charlottesville und Trumps Statements dazu, ist ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass es auch noch viele Politiker in den USA gibt, die sich gegen Trump wehren und seine Handlungen hinterfragen.

Kursiv-geschriebenes wurde von mir übersetzt. Es sind Antworten, die mir eine Freundin aus Seattle zu den Themen gegeben hat. Es ist so nah am Originaltext geblieben wie möglich. Andreas Name ist ihr Echter und sie ist einverstanden, dass ich ihn in diesem Text verwende.

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