Mensch & Zeugs

Du bist schön, so wie du bist – oder?!

Die Medien zeigen uns, dass wir nur als hübsch gelten, wenn wir dünn und perfekt sind. Aber ist das wirklich so? Die Body Positivity-Bewegung verneint diese Ansicht. Stattdessen legt sie Wert darauf, dass jeder seinen Körper und dessen Eigenheiten schön finden sollte. Hier kommt ein kleiner Abriss, was Body Positivity ist und was die Vorteile und Nachteile dieser Bewegung sind.

Ich war noch nie wirklich dünn und hatte noch nie in das Schönheitsideal gepasst. Ich war zu klein, zu unmodisch und passte nicht in die Welt, welche mir in Film und Fernsehen vorgespielt wurde. Als Teenager hat mich sehr bedrückt. Ich war unzufrieden mit mir selbst und an vielen Tagen bin ich das immer noch.

Ich weiß gar nicht, an wie oft ich mir einen anderen Körper gewünscht habe, denn ich wollte auch putzige Kleider anziehen und mädchenhaft aussehen. Bilder aus den Medien haben mich noch mehr heruntergezogen, wenn ich die, als perfekt betitelten, Frauen gesehen habe. Sie waren alle erfolgreich, fanden die Liebe ihres Lebens und sahen immer gut aus – im Gegensatz zu vielen Gegenspielerinnen, die oft nicht gut aussahen und verloren.

Dabei wird von den Medien ein sehr unrealistisches und oft bearbeitetes Bild dargestellt, was nicht der Realität entspricht. Auch die Fernsehstars sehen oftmals nicht so aus wie sie sich repräsentieren. Im Global Beauty Confidence Report wird gerade dies erforscht und es wurde festgestellt, dass der echte weibliche Körper kaum in den Medien gezeigt wird. Gegen diesen Trend tritt die Body Positivity-Bewegung. Doch was ist sie genau?

Sich schön im eigenen Körper fühlen

Die Body Positivity-Bewegung versucht Menschen zu überzeugen, dass ihr Körper schön ist – auch wenn er nicht dem sogenannten gesellschaftlichen Schönheitsideal entspricht. Damit geht die Bewegung gegen das Körperbild vor, welches in den Medien vermittelt wird. Das Ziel ist also die Bekämpfung von unrealistischen Schönheitsidealen, die Stärkung des Selbstwertgefühls des Einzelnen und eine Einstellungsänderung der Gesellschaft. Jede Person soll sich in ihrem Körper wohlfühlen und alle ihre körperlichen Eigenheiten akzeptieren.

Eigenschaften, wie die Größe oder das Körpergewicht, werden damit nur zu einem von vielen Gesichtspunkten, nach welchen ein Mensch beurteilt werden kann. Andere Kriterien, wie der Charakter, werden wichtiger als das reine Aussehen. Da die Body Positivity-Bewegung ein solches offenes Motto hat, arbeitet sie mit vielen anderen Bewegungen, wie beispielsweise Bewegungen für Gender Equality oder Transgenderbewegungen, zusammen.

Oft werben die Anhänger des Body Positivity mit rundlichen Frauen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen. Ein Beispiel wäre dafür die Naked Lady von Fernando Botero, der für seine Darstellungen von rundlichen Frauen bekannt ist.

Muss denn jeder schön sein?

Anfangs hört sich die Body Positivity-Bewegung sehr gut an, doch je länger ich mich damit beschäftige desto mehr stelle ich mir die Frage, ob denn jeder Mensch all seine körperlichen Eigenschaften akzeptieren muss. Muss ich mit meinem Gewicht einverstanden sein? Kann ich nicht auch genervt von meiner Größe sein?

Diese Fragen hat sich auch die Sozialpsychologin Anuschka Rees gestellt und sie kommt zu einer klaren Antwort: Nein, nicht jeder Körper ist schön und nicht jeder Mensch muss sich in seinem Körper wohlfühlen. Statt eine vollkommen positive Einstellung zu seinem Körper zu plädieren, ist Rees vor allem für eine neutrale Einstellung zum eigenen Körper. Diese Einstellung nennt Rees Body Neutrality.

Rees erklärt, dass es bei Body Neutrality darum geht, die Bedeutung, die wir unserem Aussehen beimessen, zu reduzieren. Body Positivity hat den Grundstein für diese Ansicht gelegt, aber das Ziel von Body Neutrality ist es, dass das Selbstwertgefühl nicht mehr an das äußere Erscheinen gekoppelt ist. Das Problem ist, wenn wir unser Selbstwertgefühl aus unserem Aussehen ziehen, dass sich unser Körper immer wieder verändern kann. So kann sich das Gewicht kurzzeitig verändern oder man kann plötzlich Pickel bekommen. Wenn wir nun unser Selbstwertgefühl nur nach unserem Äußeren bewerten, dann sind wir oft unglücklich. Stattdessen sollten wir uns auf unsere anderen Talente und Werte besinnen und daraus unser Selbstwertgefühl ziehen.

Doch wie werde ich Body neutral?

Rees rät, dass ein guter erster Schritt sei, dass wir uns bewusstwerden, in welcher Weise wir selbst über das Aussehen anderer Menschen sprechen. Beispielweise sollten wir aufhören dauernd die Attraktivität von Frauen an ihrem Körper oder ihren Klamotten zu messen. Auch Begrüßungen, wie „Oh, du siehst aber toll aus“, sollte wir langsam weniger benutzen, sondern andere Charaktereigenschaften thematisieren.

Es bringt auch viel, wenn wir uns bewusst machen, was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht und nach welchen Maßstäben wir selbst bewertet werden möchten. Damit kann vermieden werden einem unerreichbaren Schönheitsideal hinterherzulaufen und vielleicht wertvolle Lebenszeit nach der Suche nach dem perfekten Bild zu verschwenden.

Insgesamt gibt Rees noch den Tipp sich die eigene innere Stimme als ein ganz konkretes Wesen vorzustellen, was immer die ganzen negativen Bemerkungen über Aussehen macht. Wir sollten dann dieser Figur einen Namen geben, den wir unsympathisch und lächerlich finden. Durch diese Methode können wir uns verdeutlichen, dass die Wünsche nach einem anderen Aussehen nicht von uns selbst kommen, sondern von dieser negativen Figur im Kopf. So lassen sich leichter die eigenen Wünsche von Wünschen, die kulturell auf diktiert wurden, unterscheiden.

Auch Männer sollten sich in Body Neutrality üben

Schließlich betont Rees noch, dass auch Männer versuchen sollten Body neutral zu werden. Dies kommt vor allem daher, dass auch Männer unter Vorurteilen leiden. So haben viele Männer Angst zu wenig muskulös zu sein und das eigene Aussehen ist seit einigen Jahren auch zu einem männlichen Problem geworden. Deshalb gelten die Tipps, die Rees gegeben hat, auch für Männer.

Die Body Neutrality-Bewegung hat mein Interesse mehr erweckt als Body Positivity. Mir scheint es wichtig zu sein, dass es für mich in Ordnung sein kann, wenn ich mich nicht in meinen Körper wohlfühle oder ich bestimmte Eigenschaften meines Körpers nicht gut finde. Wichtig finde ich jedoch, dass ich mich daran übe, herauszufinden, ob mein Unwohlsein von mir selbst kommt oder von der Gesellschaft. Und am Ende zählen für mich Eigenschaften, wie Fleiß, Freundlichkeit oder Hilfsbereitschaft mehr als das Aussehen.

2 Kommentare

  1. Liest bei euch denn keiner Korrektur? In diesem Text fehlen stellen weiße ganze Wörter. Auch scheinen hier Satzanfänge spontan verworfen und dann anders weitergeführt zu sein. So ergeben die Sätze aber keinen Sinn, man sollte sie dann schon anpassen.

    Unprofessionell.

    1. Liebe Lisa,

      es tut uns sehr leid, dass du das so siehst. Wir versuchen als freiwilliges Team unser Bestes, um die Beiträge so gut es geht fertig zu stellen.
      Ich hoffe, dass du uns trotzdem noch eine Chance gibst.

      Liebe Grüße
      Doodad

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