Der Zauber der Welt liegt in uns.

Wir möchten ans andere Ende der Welt reisen, um einen wunderschönen Ort zu besuchen. Um einen Traumstrand zu entdecken, um unsere Spuren im Sand zu hinterlassen. Um Berge zu besteigen, uns frei zu fühlen und die Welt von oben zu sehen. Wir möchten die Leichtigkeit eines Vogels haben, unsere Flügel ausbreiten und unsere Träume fliegen lassen. Wir möchten weg. Lassen unseren Alltag hunderte von Kilometern zurück. Kreisen einmal über sämtliche Länder, Meere, Menschen und Städte. Bis wir das Gefühl haben, anzukommen. Auf der anderen Seite der Welt.

In einer anderen Welt.

Wir werden zeitlos. Lassen unsere Gedanken schweifen, leben in den Tag hinein. Und jeden Tag sehen wir ein Gemälde vor unseren Augen, leibhaftig und wahr. Farbenfroh und klar. Es erstreckt sich vor uns in den Farben und der Schönheit, dem Zauber, wie wir ihn wahrnehmen.

Dabei haben wir meistens ein genaues Bild vor Augen, wenn wir an bestimmte Länder und Orte denken. Kristallklares Wasser an der Küste Thailands. Die afrikanische Steppe mit all seinen Raubtieren und Exoten, das feurige Südamerika mit Rio’s Karnevalskultur oder das bunte, musikalische indische Bollywood.

All diese Eindrücke werden in uns erweckt, wenn wir an eines dieser Länder denken.

Warum sehnen wir uns so nach diesen Orten?

Es ist das Neue, das Abenteuer, die Reiselust, die uns packt. Fremde Kulturen kennenzulernen, ihr Land besuchen zu dürfen, ein Teil dessen zu sein, das uns zu Hause so weit weg erscheint, und dem wir plötzlich so nahe sein können. Und haben wir uns einmal auf eine Reise eingelassen, erscheint es uns wie eine Sucht. Die Sucht nach mehr. Die Sucht nach kulturellen Erfahrungen, kulinarischen Höhenflügen, nach spirituellen Weisheiten, die Sucht nach der unendlichen Weite des Meeres, nach unberührter Natur, Steppen, Wäldern, Tropen. Erlebnissen, Menschen, Tieren und Abenteuern. Die Sucht nach der Schönheit und dem Zauber dieser einen Welt, die uns packt wie eine Welle im tobenden Meer von Bali.

Und je weiter weg, desto näher sind wir uns oftmals selbst.

Wir lassen uns mitreißen auf dieser Welle, surfen durch das Meer, die Meere der Welt. Und stranden an den Buchten unserer Träume. Stehen auf dem höchsten Berg, und schauen dem Sonnenaufgang entgegen. Wenn die Sonne uns ins Gesicht lächelt, die Vögel ihre Lieder singen und wir den Duft der Freiheit riechen.

Wenn wir auf einer Insel spazieren gehen und nur unseren eigenen Herzschlag hören.

Wenn wir durch weichen warmen Sand laufen. Die Sandkörner auf unserer Haut spüren, wie sie haften bleiben und uns zwischen den Zehen kitzeln.

Wenn wir das Lächeln der Sonne auf unserem Gesicht fühlen, wenn wir die Augen schließen und unseren Kopf in den Himmel richten. Die Wärme, die in uns aufsteigt, wenn wir mit einem kräftigen Zug die salzige Meeresluft in uns einsaugen.

Und wenn wir den zarten Wellen lauschen, die das Meer ans Ufer schäumt.

Dann blicken wir in die unendliche glitzernde Weite unserer Welt.

Ein winziger Moment, der uns unsere eigene kleine Welt kreiert. Ein kleiner Traum, der geprägt ist von dem, wer wir sind. Was wir sehen möchten, wohin wir gehen, wo wir stehen und wie wir mit dem Zauber umgehen, der uns immer und überall umgibt.

Und manchmal, wachen wir auf aus unseren Träumen, und spüren den Zauber der Welt auch bei uns.

Denn jede Reise, so weit sie auch sein mag, führt uns immer nach Hause.

Eine Welt, die uns verzaubert. An Orten, von denen wir träumen. Die wir sehen, wenn wir unsere Augen schließen. Orte, die versteckt sind in den Tiefen unserer Wünsche. Orte, die wir suchen, aber nicht finden. Und Orte, die wir finden, aber nicht suchen. Der Zauber einer Welt, in nur einem kleinen Moment, an nur einem versteckten Ort. In uns.

„Das Sichtbare ist nur ein Schatten, den das Unsichtbare wirft.“ – Martin Luther King 

Ob am anderen Ende der Welt. Oder direkt vor unseren Augen. Da, wo Heimat ist. Da, wo wir sind. Oder aber wenn wir Reisende sind. Neues erleben. Abenteurer. Auf Bergen stehen, im Meer schwimmen. Am Boden sind und die Vögel beobachten. Ob wir im Sand liegen, oder im Schnee.

Wenn unsere Träume groß sind, ist es egal wo wir aufwachen.

Denn der Zauber der Welt liegt ganz allein in uns.


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