Cuteness Overload – Das Phänomen Tiervideos auf Facebook

Was hebt die Stimmung besser als süße Tiere im Internet? Katzenvideos sind der Hit auf YouTube und selbst auf Facebook finden sich hunderte kleiner Filmchen mit tapsigen Hundewelpen, schläfrigen Faultieren und allerlei anderen lustigen Tierchen. Da wünscht man sich doch fast selbst einen halben Streichelzoo ins Wohnzimmer. Und gerade jetzt an Ostern ebnet ein ganz besonderes Tierchen den Weg in den Sommer.

Den ganzen Tag mit Lernen zu verbringen ist wohl nicht die beliebteste Beschäftigung an so einem schönen Frühlingstag, aber was muss das muss – denke ich mir und gönne mir eine Auszeit auf Facebook. Ein klitzekleines Päuschen. Nur kurz meine Nachrichten checken und schauen, was die anderen so gepostet haben. Und da sehe ich sie: Katzenbabys. Viele Katzenbabys. Sie machen eigentlich gar nichts spannendes. Sie jagen einem Spielzeug nach und mauzen. Rein gar nichts daran ist in irgendeiner Weise aufsehenerregend. Und trotzdem starre ich jetzt auf meinen Bildschirm. Kaum ist der Clip zu Ende abgespielt, lädt auch schon das nächste Video. ‚Oh, das auch noch‘, denke ich mir und verbringe die nächste dreiviertel Stunde mit nichts Anderen.

Die Sache mit Tiervideos ist die: sobald man einmal angefangen hat, ist es schwer wieder aufzuhören. Da gibt es zum einen die Art von Tiervideos, die uns einfach nur amüsieren und uns zum Lachen bringen. Ein missglückter Katzensprung, oder ein Video in Zeitlupen, welches davon handelt, dass ein Hund sein Leckerli nicht fangen kann. Es gibt wenige Leute, die von sich behaupten können, Tier- und besonders Tierbaby-Videos nicht süß und putzig zu finden. Viele haben ja auch ein Haustier, meistens Klassiker wie Hund, Katze oder Wellensittiche. Manche stehen eher auf etwas Ausgefallenes, wie Schnappschildkröten oder Rennmäuse. Es ist unglaublich, wie viele Videos es über diese Tiere bereits gibt, und es kommen jeden Tag neue hinzu. Vor allem bei den flauschigen Vierbeinern bleiben die meisten wohl hängen… Video um Video.

Aber wieso Tiervideos?

Doch wieso kommen Tiervideos eigentlich so gut bei uns an? Was ist der Sinn hinter dem Phänomen dieser Clips im Internet. Wieso schauen wir uns ein Video nach dem anderen an und finden es trotzdem nicht langweilig, den Fellknäulen wieder und wieder beim Spielen zuzusehen? Nun, zum einen hat es einen unglaublich entspannenden Effekt, beispielsweise Tierbabys zu beobachten, oder einem Entenküken beim Planschen im Wachbecken. Der Kopf kann abschalten und muss sich auf nichts konzentrieren. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass manche Vierbeiner beruhigend auf den Menschen wirken. Hunde können beispielsweise als Therapietiere in Kindergärten oder auch in Gerichtssälen eingesetzt werden. Dasselbe Prinzip erfahren viele auch beim Schauen eines Tiervideos. Außerdem werden bei viele Tiervideo-Schauer Kinderinstinkte angesprochen. Wer früher nicht unbedingt Angst vor Hunden oder Katzen hatte, sondern diese gern gestreichelt hat, wird heute noch, Jahre nach Verlassen des Teenager-Alters, das Verlangen verspüren, alle Tierchen aus den Videos mit nach Hause zu nehmen – egal ob Mama was dagegen hat oder nicht! Tierbabys sind süß! Sie sind weich und flauschig, und lassen sich streicheln. Manche machen komische Geräusche oder laufen einem nach. Sie sind die besten Freunde, die sich ein Kind wünschen kann. Sie wollen einem nichts Böses und hören einem zu, wenn man jemanden zum Reden braucht. Tiervideos sind einfach perfekt um in Nostalgie zu schweifen und abzuschalten.

Wie wär‘s mit Osterhasen-Videos?

Und gerade jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, neue Videos im Netz zu finden, denn: Osterzeit ist Hasenzeit. Schon lange vor den eigentlichen Feiertagen wimmelt es in Supermärkten und Krims-Kramsläden ja schon von den kleinen Rammlern. Sie sind das Ostersymbol schlechthin. Viele von uns haben bestimmt noch die ein oder andere Kindheitserinnerung an das Eiersuchen im Garten. Glasklar natürlich, dass hier der Mümmelmann am Werke war – auch wenn man ihn nur selten zu Gesicht bekommen hat. Der Mythos Osterhase ist übrigens schon ganz schön alt (im Vergleich zum roten Weihnachtsmann, den ja Coca-Cola erfunden haben soll). Schon im 17.Jahrhundert wird er als Überbringer der Ostereier Erwähnung. Damit hat er andere traditionelle Ostertiere, wie den Kuckuck (Schweiz), den Osterfuchs (in Teilen Westfalens), den Storch (Thüringen) und den Hahn (Böhmen) fast verdrängt. Durch deutsche Auswandere kam der Karnickel dann auch irgendwann in Nordamerika an, wo er auch heute noch ein beliebtes Ostersymbol ist. Also ist es keine Wunder, dass besonders jetzt süße Häschen über unsere Bildschirme flimmern – zusammen mit Welpen, Kätzchen und anderen verdammt niedlichen Tieren.

Nach gefühlt hundert Videos mit schusseligen Hunden und leise maunzenden Kätzchen kann ich mich dann doch losreißen und schließe den Facebook-Tab komplett. Eigentlich wollte ich ja nur einer Freundin antworten und dann gleich wieder weiterlernen. Pustekuchen! Mit der Motivation ist es dahin und der Freundin habe ich auch noch gar nichts geschrieben …  Stattdessen wünsch‘ ich mir jetzt umso mehr einen Hund! Na super.

 


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