Weihnachten auf Italienisch

Wenn man an Italien denkt, wird das Land sofort mit bester mediterraner Küche assoziiert.  Auch an Weihnachten ist der Tisch nur mit wahrhaft wunderbaren Speisen gedeckt – und nein, in diesem Fall ist Pizza ausnahmsweise nicht gemeint. Doch neben all den Köstlichkeiten ist Weihnachten ein Fest mit Glauben und Tradition.

In Italien spielen Heilige eine wichtige Rolle, denn viele Italiener haben aufgrund ihrer katholischen Erziehung, einen tiefen Glauben. Natürlich ist das immer von Region zu Region unterschiedlich – doch in Süditalien ist der christliche Glaube besonders verbreitet. Daher werden die Kinder in Italien öfters beschenkt als in den meisten anderen Ländern, weil es mehrere katholische Feiertage gibt. Am 6. Dezember beginnt auch die Geschenkeverteilung, denn da steht der Heilige „San Nicola“ vor der Tür. Es werden Kinder beschenkt, die für ihr gutes Benehmen über das Jahr belohnt werden. Am 13. Dezember geht’s dann weiter mit „Santa Lucia“. Lucia steht für Licht und ist laut der italienischen Sage die Lichtkönigin. Sie gilt als eine Frau der Liebe – denn ihr Vermögen gab sie immer den Armen. Sie konnte die Armut nicht ertragen und wollte für Zufriedenheit und Wohlstand aller sorgen. Wenn also in Italien Lichterketten aufgehängt werden, ist das ein Symbol der Hoffnung der Santa Lucias – Hoffnung auf eine bessere Welt ohne Armut. Auch an diesem Tag können die Kinder sich über weitere Geschenke freuen.

Die Geschenke dürfen nämlich erst nach Mitternacht aufgemacht werden

Mit großen Schritten geht es auf den 24. Dezember zu – Heilig Abend, ein Fest der Geschenke und des deftigen Essens. Was

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die kulinarische Gestaltung des Abends betrifft, haben die Italiener jedoch etwas andere Traditionen. Statt Gänsebraten und Kartoffelsalat gibt es in Italien am Weihnachten nur Fisch zu essen. Sogar die Anzahl der Fischsorten ist vorgegeben – es müssen laut Brauch 7 verschiedene Arten von Fischen sein. Die Gründe hierfür sind verschieden und in Italien sind diese auch umstritten. Manche Italiener bringen diese Tradition mit den sieben Sakramente der katholischen Kirche in Verbindung. Andere hingegen, denken an Maria und Joseph aus der Bibel, die sieben Tage nach Bethlehem, der Geburtsstätte Jesu, wanderten. Am Abend spielt man dann gemeinsam mit der Familie Tombola und bevor schließlich die Geschenke ausgepackt werden und die Uhr zwölf schlägt, begibt sich die ganze Familie gemeinsam zur Kirche. Sagt man Italienern normalerweise ein feuriges Temperament nach, so müssen italienische Kinder an Weihnachten etwas geduldiger sein. Die Geschenke dürfen nämlich erst nach Mitternacht aufgemacht werden, denn da ist nach der Bibel Jesus auf die Welt gekommen. Seine Geburt symbolisiert Freude und Liebe und ist das ultimative Weihnachtsgeschenk für die Menschen.

Am 25. Dezember wird dann am Essen nicht gespart. Es gibt so viele Essensgänge, dass man danach förmlich am Platzen ist. Das große Weihnachts- Spachteln beginnt mit der Vorspeise. Diese besteht aus verschiedenen Käse- und Wurstspezialitäten. Der zweite Gang –  der nicht wegzudenken ist – besteht meistens aus hausgemachten Nudeln mit Bolognese. Der dritte Gang wird oftmals heiß diskutiert, denn die saftige Gans und das leckere Truthuhn liefern sich ein kulinarisches Duell.

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Meistens gewinnt aber die Gans. Neben dem Fleisch werden verschiedene Salate angeboten. Doch das war’s noch lange nicht! Denn am Ende dieser Essensorgie gibt es noch zahlreiche Desserts. Ein typisches Weihnachtsgebäck ist beispielsweise „i Struffoli“. Das sind runde Honigbällchen, die mit bunten Streuseln dekoriert werden. Diese sind immer hausgemacht und werden auch in keinem Supermarkt angeboten. Ein anderes hingegen, findet man in jedem Einkaufsladen und ist definitiv bei jedem Weihnachtsfest dabei; Il Panettone.

Und so bleibt auch italienischen Vielfraßen nur eins übrig: Eine Diät.

Am 6. Januar endet die Weihnachtszeit, denn da kommt „La Befana“ was übersetzt die Hexe bedeutet, und verteilt die letzten Geschenke. Auch wenn sie als hässlich beschrieben wird und man gewöhnlich eine Hexe als böse ansieht, hat man von dieser Hexe ein positives und herzliches Bild. Denn nach der Sage soll La Befana von den Hirten die frohe Botschaft gehört haben. Daraufhin wollte sie Jesus kennenlernen und ihn reich beschenken. La Befana hat ihn verzweifelt gesucht, aber nicht gefunden. Sie flog verzweifelt von Haus zu Haus und hoffte immer darauf, dass eines der Kinder Jesus war. Deshalb kam sie durch den Schornstein und füllte die Strümpfe und Schuhe mit Süßigkeiten auf – was vergleichbar mit dem Nikolaus ist. Doch hierzu gibt es auch andere Geschichten. Jede Region glaubt an die Geschichte, die ihnen erzählt worden ist. Was ich, als waschechte Italienerin von meiner Mutter immer gesagt bekommen habe; „, Wenn La Befana kommt, endet Weihnachten, denn sie sammelt alle Feiertage in ihrem Rucksack und verschwindet damit.“

Was jedoch nicht einfach so verschwindet, sind die vielen angefressenen Weihnachts-Kilos. Und so bleibt auch italienischen Vielfraßen nur eins übrig: Eine Diät. Von Januar bis Dezember wird dann ausschließlich Pizza gegessen…


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